Lanzett - Kratzdistel (Cirsium vulgare)

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Weitere Namen

Lanzett-Kratzdistel, Sämling (3.5.)
Lanzett-Kratzdistel, überwinternde Rosette (18.3.)
Lanzett-Kratzdistel, Blütenknospe (7.7.)
Lanzett-Kratzdistel, Blüte (26.7.)
Lanzett-Kratzdistel, Samenstand (2.8.)

Gewöhnliche Kratzdistel, Sau-Distel, Haberdistel

Botanischer Name

»Cirsium« lat. cirsion - eine distelförmige Sippe, »vulgare« lat. gewöhnlich

Englischer Name

Spear Thistle

Familie

Korbblütler, Asteraceae

Verbreitung

Europa,in Höhen bis 1500 Metern

Wuchs

zweijährig, stark bedornte, filzige, graugrüne Rosette, flach am Boden anliegend, Blütenstand im zweiten Jahr bis zwei Meter hoch, verzweigt, nach der Blüte absterbend

Standort

sonnig, magerer bis nährstoffreicher Boden

Blütezeit

Juni, Juli, August

Blüte

typische Distelblüte, eng geschlossenes, stacheliges Körbchen mit violetten Zungenblüten

Fruchtreife

September, Oktober

Frucht

schmaler harter Same mit weichem Pappus

Vermehrung

durch Selbstaussaat

Frosthärte

Rosette grün überwinternd

Tierische Besucher

Bestäubung durch Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, Samen werden von Stieglitzen und anderen Finken geerntet, Futterpflanze für die Raupe des Distelfalters

Pflege

keine Pflege nötig, rechtzeitig Sämlinge von Wegen entfernen...

Verwendbare Teile

Wurzeln der jungen Rosetten als Gemüse

Inhaltsstoffe

Flavonoide, Triterpene, Alkaloide, Polyacetylene

Status

anwesend

Literatur

  • Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen S.367, S.G.Fleischhauer, J.Guthmann, R.Spiegelberger (2013)
  • Illustriertes Heil-, Gift- und Nutzpflanzenbuch S.229, Adelbert von Chamisso (1827)

Geschichte und Geschichten

Disteln sind Pflanzen, denen häufig mit zwiespältigen Gefühlen begegnet wird, sind sie doch fast Synonym für karge, unwirtliche Gegenden. Sie wollen mit ihren Dornen dem Menschen Böses, wuchern auf seinen Feldern und bereiten Schmerzen. Tatsächlich aber sind Disteln ganz wunderbar an ihren Lebensraum angepasst und ihnen ist ziemlich egal, ob sie dem Menschen in die Quere kommen. Distelrosetten sind Wunderwerke. Die flach auf dem Boden ausgebreiteten Blätter stehen im optimalen Winkel um so viel Sonnenlicht wie möglich aufzunehmen und damit Nährstoffe herzustellen, die in der kräftigen Pfahlwurzel gespeichert werden. Die stacheligen Blattränder sind ein hervorragender Fraßschutz, der den Pflanzen das Überleben sichert. Je nach Nahrungsangebot sind die Rosetten zart und klein oder aber fast einen Quadratmeter abdeckend und von üppiger Schönheit. Als Zweijährige überwintert die Pflanze als Rosette, friert in strengen Wintern etwas zurück, in milden bleibt sie grün und wächst im Frühjahr weiter, sobald die Sonne etwas höher steht. Dann kann eine große Rosette durchaus bis zu zwei Meter in die Höhe wachsen. Die geordnete Form der Grundblätter geht verloren, aber das Ziel der Vermehrung wird über einen kräftigen Blütenstand erreicht. Die ersten Blüten sind die größten, spätere bleiben kleiner. Aus dem kompakten Körbchen sprießen die lila farbenen Röhrenblüten, die von vielen Schmetterlingen besucht werden. Das pieksende Körbchen schützt die in seinem Innern reifenden Samen und öffnet sich erst wenn sie völlig abgetrocknet sind. Dann nimmt der Wind die weichen Schirmchen mit und trägt zur Verbreitung der Pflanze bei.