Baumwollseidenpflanze (Gomphocarpus physocarpus): Unterschied zwischen den Versionen
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=====Botanischer Name===== | =====Botanischer Name===== | ||
Gomphocarpus von griechisch gomphos - keilförmig, Nagel, Pflock (wegen der Blütenblätter) und karpos - Frucht, physocarpus von griechisch physa - Blase und karpos - Frucht, Erstbeschreibung 1838 durch Ernst Heinrich Friedrich Meyer (1791-1858) deutscher Botaniker | Gomphocarpus von griechisch gomphos - keilförmig, Nagel, Pflock (wegen der Blütenblätter) und karpos - Frucht, physocarpus von griechisch physa - Blase und karpos - Frucht, Erstbeschreibung 1838 durch Ernst Heinrich Friedrich Meyer (1791-1858) deutscher Botaniker | ||
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=====Literatur===== | =====Literatur===== | ||
=====Geschichte und Geschichten===== | =====Geschichte und Geschichten===== | ||
Was für eine faszinierende Pflanze. Seidenpflanzen haben ganz unterschiedliche Wuchsformen, diese hier wächst ausdauernd ziemlich straff aufwärts, mit wenigen am Grunde verholzenden Trieben. Die schmalen wechselständigen Blätter sind grün mit einem ganz leichten Grauschimmer. Im oberen Bereich verzweigt sich die Pflanze, bildet in den Blattachseln Blütenknospen, die in kleinen Büscheln von vier bis sieben erscheinen. Die Blüten haben eine wachsartige Oberfläche und eine eigenwillige Form. Die fünf Kelchblätter sind außen behaart und weit zurück geschlagen, die Kronblätter wirken ein wenig starr. Bei Sonnenschein sind immer wieder glitzernde Nektartropfen zu sehen, die hauptsächlich Wespen anlocken. Der Pollen der Blüten ist in zwei kleinen Paketen verpackt und mit einem Bügel versehen, der sich auf den Nektar suchende Rüssel des Insekts klemmt. Dieses muss nun die Pollenpäckchen herausziehen, was in den meisten Fällen auch funktioniert. Ist das Insekt zu schwach, so verendet es in der Blüte. | |||
Ist diese bestäubt, kann sich eine Frucht bilden, meist nur an einer der zu einem Büschel gehörenden Blüten. Der Stängel verbiegt sich und richtet den Fruchtansatz nach oben, der sieht erstmal wie ein winziger Igel aus. Im Verlauf einiger Wochen bläht sich die grüne Haut ballonartig auf, ist gespickt mit weichen langen Borsten. Die grüne Farbe bleibt bis zur Reife erhalten. Sind die Samen ausgereift, platzt der Ballon an einer Naht auf und gibt den Blick auf das innere frei. Anfangs sind die dunklen, abgeflachten Samen in zwei Reihen sauber sortiert, aber sobald sie abgetrocknet sind, fliegen sie an ihren zarten Haarschöpfen davon. | |||
Die Pflanzen sind nicht frosthart, müssen den Winter also an geschütztem Ort verbringen, wobei ihnen helle 10°C durchaus reichen. Meine aus Samen gezogene Pflanze hat im ersten Jahr erst spät erste Blüten geöffnet und keine Frucht mehr ausreifen lassen. Im zweiten Sommer blüht sie üppig und ist voller Ballons, was sehr eigenwillig aussieht. | |||
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Aktuelle Version vom 16. September 2026, 15:42 Uhr
Weitere Namen




Botanischer Name
Gomphocarpus von griechisch gomphos - keilförmig, Nagel, Pflock (wegen der Blütenblätter) und karpos - Frucht, physocarpus von griechisch physa - Blase und karpos - Frucht, Erstbeschreibung 1838 durch Ernst Heinrich Friedrich Meyer (1791-1858) deutscher Botaniker
Englischer Name
Cottonseed
Familie
Hundsgiftgewächse, Apocynaceae
Verbreitung
südliches Afrika, Mosambik, eingebürgert in vielen warmen Gebieten, seit 1868 verwildert in Australien
Wuchs
ausdauernd, kräftige Pfahlwurzel, steil aufrechter Wuchs, im unteren Bereich kaum Verzweigungen, am Grund verholzend, Blätter wechselständig, schmal lanzettförmig, ganzrandig, Höhe etwa 1-1,5m, selten höher
Standort
am Naturstandort auf steinigen sandigen Böden, hier als Kübelpflanze, sonnig bis halbschattig
Blütezeit
am Naturstandort fast ganzjährig, hier Juni, Juli, August, September, Oktober
Blüte
4-7 Blüten an bis 3cm langen Stielchen, doldenartig in den Blattachseln, Kelchblätter außen behaart, zurückgeschlagen, Blütenfarbe weiß mit einem Hauch rosa, fünfzählig, wachsartige Oberfläche, sehr reich an Nektar, der teilweise glitzernd an der Blüte hängt, es handelt sich um sogenannte Klemmfallenblüten, bei denen sich die Pollen in zwei kleinen Paketen befinden, die mit einem Bügel verbunden sind
Fruchtreife
ab August
Frucht
5-8cm lange, ballonartig aufgeblasene Balgfrucht, außen mit weichen Borsten besetzt, bleibt bis zur Reife grün, innen hohl, beim Aufplatzen sind die Samen zunächst ordentlich in einer Zweierreihe sortiert, sobald sie abtrocknen, fliegen sie mit Hilfe ca 3cm langer seidiger Haare davon, meist wird nur aus einer der Blüten pro Büschel eine Frucht gebildet
Vermehrung
durch Aussaat
Frosthärte
nicht frosthart, kann kühl (ca 10°C) und hell überwintert werden
Tierische Besucher
Bestäubung hauptsächlich durch Faltenwespen, das Insekt bekommt das Pollenpaket auf seinen Rüssel geklemmt und muss es komplett aus der Blüte herausziehen, schafft es das nicht muss es verenden
Pflege
kaum Pflege nötig, eventuell hochbinden, die Triebe sind eher weich, der Topf sollte groß genug sein, damit die Pflanze nicht kippt
Verwendbare Teile
Giftpflanze, nur bewundern
Inhaltsstoffe
Herzglycoside, Alkaloide
Status
anwesend
Literatur
Geschichte und Geschichten
Was für eine faszinierende Pflanze. Seidenpflanzen haben ganz unterschiedliche Wuchsformen, diese hier wächst ausdauernd ziemlich straff aufwärts, mit wenigen am Grunde verholzenden Trieben. Die schmalen wechselständigen Blätter sind grün mit einem ganz leichten Grauschimmer. Im oberen Bereich verzweigt sich die Pflanze, bildet in den Blattachseln Blütenknospen, die in kleinen Büscheln von vier bis sieben erscheinen. Die Blüten haben eine wachsartige Oberfläche und eine eigenwillige Form. Die fünf Kelchblätter sind außen behaart und weit zurück geschlagen, die Kronblätter wirken ein wenig starr. Bei Sonnenschein sind immer wieder glitzernde Nektartropfen zu sehen, die hauptsächlich Wespen anlocken. Der Pollen der Blüten ist in zwei kleinen Paketen verpackt und mit einem Bügel versehen, der sich auf den Nektar suchende Rüssel des Insekts klemmt. Dieses muss nun die Pollenpäckchen herausziehen, was in den meisten Fällen auch funktioniert. Ist das Insekt zu schwach, so verendet es in der Blüte. Ist diese bestäubt, kann sich eine Frucht bilden, meist nur an einer der zu einem Büschel gehörenden Blüten. Der Stängel verbiegt sich und richtet den Fruchtansatz nach oben, der sieht erstmal wie ein winziger Igel aus. Im Verlauf einiger Wochen bläht sich die grüne Haut ballonartig auf, ist gespickt mit weichen langen Borsten. Die grüne Farbe bleibt bis zur Reife erhalten. Sind die Samen ausgereift, platzt der Ballon an einer Naht auf und gibt den Blick auf das innere frei. Anfangs sind die dunklen, abgeflachten Samen in zwei Reihen sauber sortiert, aber sobald sie abgetrocknet sind, fliegen sie an ihren zarten Haarschöpfen davon. Die Pflanzen sind nicht frosthart, müssen den Winter also an geschütztem Ort verbringen, wobei ihnen helle 10°C durchaus reichen. Meine aus Samen gezogene Pflanze hat im ersten Jahr erst spät erste Blüten geöffnet und keine Frucht mehr ausreifen lassen. Im zweiten Sommer blüht sie üppig und ist voller Ballons, was sehr eigenwillig aussieht.