Baumwollseidenpflanze (Gomphocarpus fruticosus): Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 11: | Zeile 11: | ||
Hundsgiftgewächse, Apocynaceae | Hundsgiftgewächse, Apocynaceae | ||
=====Verbreitung===== | =====Verbreitung===== | ||
südliches Afrika, | südliches und östliches Afrika, Arabische Halbinsel, rund ums Mittelmeer teilweise eingebürgert | ||
=====Wuchs===== | =====Wuchs===== | ||
ausdauernd, kräftige Pfahlwurzel, steil aufrechter Wuchs, im unteren Bereich kaum Verzweigungen, am Grund verholzend, Blätter wechselständig, schmal lanzettförmig, ganzrandig, Höhe etwa 1-1,5m, selten höher | ausdauernd, kräftige Pfahlwurzel, steil aufrechter Wuchs, im unteren Bereich kaum Verzweigungen, am Grund verholzend, Blätter wechselständig, schmal lanzettförmig, ganzrandig, Höhe etwa 1-1,5m, selten höher | ||
Version vom 23. September 2026, 04:46 Uhr
Weitere Namen




Botanischer Name
Gomphocarpus von griechisch gomphos - keilförmig, Nagel, Pflock (wegen der Blütenblätter) und karpos - Frucht, fruticosus - lat. buschig, strauchig, Erstbeschreibung 1753 als Asclepias fruticosa durch Carl von Linné (1707-1778) schwedischer Naturforscher, umbenannt in Gomphocarpus fruticosus 1811 durch William Townsend Aiton (1766-1849) englischer Botaniker
Englischer Name
Cottonseed
Familie
Hundsgiftgewächse, Apocynaceae
Verbreitung
südliches und östliches Afrika, Arabische Halbinsel, rund ums Mittelmeer teilweise eingebürgert
Wuchs
ausdauernd, kräftige Pfahlwurzel, steil aufrechter Wuchs, im unteren Bereich kaum Verzweigungen, am Grund verholzend, Blätter wechselständig, schmal lanzettförmig, ganzrandig, Höhe etwa 1-1,5m, selten höher
Standort
am Naturstandort auf steinigen sandigen Böden, hier als Kübelpflanze, sonnig bis halbschattig
Blütezeit
am Naturstandort fast ganzjährig, hier Juni, Juli, August, September, Oktober
Blüte
2,5-3cm langer dünner Stängel zwischen den Blattansätzen, davon ausgehend 4-7 3cm lange Stängelchen an denen einzelne Blüten sitzen, Kelchblätter außen behaart, zurückgeschlagen, Blütenfarbe weiß mit einem Hauch rosa, fünfzählig, wachsartige Oberfläche, sehr reich an Nektar, der teilweise glitzernd an der Blüte hängt, es handelt sich um sogenannte Klemmfallenblüten, bei denen sich die Pollen in zwei kleinen Paketen befinden, die mit einem Bügel verbunden sind
Fruchtreife
ab August
Frucht
5-8cm lange, ballonartig aufgeblasene Balgfrucht mit doppelter Hülle, außen mit weichen Borsten besetzt, die innere Hülle ist nur an den Nähten mit der äußeren verbunden, zwischen beiden ein Luftpolster, auch die innere Hülle ist an der Außenseite mit Borsten besetzt, innen aber glatt mit kleinen Dellen, die Frucht bleibt bis zur Reife grün, innen hohl, die Samen sitzen an einem dünnen Band, das frei im Innenraum hängt und nur am Fruchtansatz und an der Spitze befestigt ist, beim Aufplatzen sind die Samen zunächst ordentlich auf beiden Seiten des Bandes in einer Reihe sortiert, sobald sie abtrocknen, fliegen sie mit Hilfe ca 3cm langer seidiger Haare davon, meist wird nur aus einer der Blüten pro Büschel eine Frucht gebildet
Vermehrung
durch Aussaat
Frosthärte
nicht frosthart, kann kühl (ca 10°C) und hell überwintert werden
Tierische Besucher
Bestäubung hauptsächlich durch Faltenwespen, das Insekt bekommt das Pollenpaket auf seinen Rüssel geklemmt und muss es komplett aus der Blüte herausziehen, schafft es das nicht muss es verenden
Pflege
kaum Pflege nötig, eventuell hochbinden, die Triebe sind eher weich, der Topf sollte groß genug sein, damit die Pflanze nicht kippt
Verwendbare Teile
Giftpflanze, nur bewundern
Inhaltsstoffe
Herzglycoside, Alkaloide
Status
anwesend
Literatur
Geschichte und Geschichten
Was für eine faszinierende Pflanze. Seidenpflanzen haben ganz unterschiedliche Wuchsformen, diese hier wächst ausdauernd ziemlich straff aufwärts, mit wenigen am Grunde verholzenden Trieben. Die schmalen wechselständigen Blätter sind grün mit einem ganz leichten Grauschimmer. Im oberen Bereich verzweigt sich die Pflanze, bildet in den Blattachseln Blütenknospen, die in kleinen Büscheln von vier bis sieben erscheinen. Die Blüten haben eine wachsartige Oberfläche und eine eigenwillige Form. Die fünf Kelchblätter sind außen behaart und weit zurück geschlagen, die Kronblätter wirken ein wenig starr. Bei Sonnenschein sind immer wieder glitzernde Nektartropfen zu sehen, die hauptsächlich Wespen anlocken. Der Pollen der Blüten ist in zwei kleinen Paketen verpackt und mit einem Bügel versehen, der sich auf den Nektar suchende Rüssel des Insekts klemmt. Dieses muss nun die Pollenpäckchen herausziehen, was in den meisten Fällen auch funktioniert. Ist das Insekt zu schwach, so verendet es in der Blüte. Ist diese bestäubt, kann sich eine Frucht bilden, meist nur an einer der zu einem Büschel gehörenden Blüten. Das Blütenstängelchen knickt am Stängel nach unten ab, die entstehende Frucht sieht erstmal wie ein winziger Igel aus. Im Verlauf einiger Wochen bläht sich die grüne Haut ballonartig auf, ist gespickt mit weichen langen Borsten. Die grüne Farbe bleibt bis zur Reife erhalten. Sind die Samen ausgereift, reißt der Ballon an einer Naht auf und gibt den Blick auf das Innere frei. Anfangs sind die dunklen, abgeflachten Samen in zwei Reihen sauber sortiert, aber sobald sie abgetrocknet sind, fliegen sie an ihren zarten Haarschöpfen davon und die Hülle schrumpelt ineinander. Die Pflanzen sind nicht frosthart, müssen den Winter also an geschütztem Ort verbringen, wobei ihnen helle 10°C durchaus reichen. Meine 2025 aus Samen gezogene Pflanze hat im ersten Jahr erst spät erste Blüten geöffnet und keine Frucht mehr ausreifen lassen. Im Sommer 2026 blüht sie üppig und ist voller Ballons, was sehr eigenwillig aussieht.