Wollige Färberdistel (Carthamus lanatus): Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 39: | Zeile 39: | ||
=====Literatur===== | =====Literatur===== | ||
=====Geschichte und Geschichten===== | =====Geschichte und Geschichten===== | ||
Was für eine hübsche Distel! Ich habe ohnehin eine Schwäche für Disteln und ihren Aufbau, die Wollige Färberdistel ist in ihrer ganzen Form einfach großartig. In der jungen Rosette sind die (noch fast weichen Blätter) so angeordnet, dass jedes die größtmögliche Fläche der Sonne präsentiert. Dieses Stadium dauert nicht allzu lange. Die Rosette löst sich auf, je weiter die Pflanze in die Höhe wächst, was je nach Bodenbeschaffenheit und klimatischen Gegebenheiten zwischen 25cm und 90cm liegen kann. Jetzt zeigt die Pflanze deutlich, dass sie nicht angefasst werden möchte, die harten Blattdornen sind eine zuverlässige Abwehrmaßnahme. Erst im oberen Bereich verzweigt sich der Stängel, an kurzen Seitentrieben bilden sich die Blütenknospen. | Was für eine hübsche Distel! Ich habe ohnehin eine Schwäche für Disteln und ihren Aufbau, die Wollige Färberdistel ist in ihrer ganzen Form einfach großartig. In der jungen Rosette sind die (noch fast weichen Blätter) so angeordnet, dass jedes die größtmögliche Fläche der Sonne präsentiert. Dieses Stadium dauert nicht allzu lange. Die Rosette löst sich auf, je weiter die Pflanze in die Höhe wächst, was je nach Bodenbeschaffenheit und klimatischen Gegebenheiten zwischen 25cm und 90cm liegen kann. Jetzt zeigt die Pflanze deutlich, dass sie nicht angefasst werden möchte, die harten Blattdornen sind eine zuverlässige Abwehrmaßnahme. Erst im oberen Bereich verzweigt sich der Stängel, an kurzen Seitentrieben bilden sich die Blütenknospen. Die Blüte selbst besteht aus gelben Röhrenblüten, Kronblätter werden nicht gebildet. Mehrere Lagen stark bedornter Kelchblätter schützen erst die Blüten und später die Samen, die sich tief im Innern des Körbchens bilden. Zwischen weichen dunklen Borsten stecken abgeschrägt vierkantige, relativ große Samen, an deren oberem Ende sich ein zusammengefaltetes Schirmchen befindet, das sich erst öffnet wenn die Samen voll ausgereift sind. Bei trockenem Wetter drückt es diese nach oben und aus dem Körbchen heraus. wie ein kleiner Strohstern sieht dieses Anhängsel aus, das keinen Auftrieb geben kann, da die Samen zu schwer sind. Um die Samen zu ernten muss ich sehr vorsichtig in den Kelch hineingreifen, sonst steche ich mir in die Finger. Nach der Samenreife stirbt die Färberdistel ab, bleibt aber formstabil und kommt sehr dekorativ in einem Trockenstrauß zur Geltung. | ||
[[Category:Einjährige]] | [[Category:Einjährige]] | ||
Version vom 20. September 2026, 15:34 Uhr
Weitere Namen



Wolliger Saflor
Botanischer Name
Carthamus - lat. Saflor, Färberdistel, lanatus - lat. mit Wolle bedeckt, wollig, Erstbeschreibung 1753 durch Carl von Linné (1707-1778)
Englischer Name
Saffron Thistle, Downy Safflower, Woolly Distaff Thistle
Familie
Korbblütler, Asteraceae
Verbreitung
Wuchs
einjährig, steif aufrecht 25-75cm hoch, Laubblätter wechselständig, halb stängelumfassend, gebuchtet bis fiederlappig, hart und sehr stark bedornt, nach der Samenreife härtet die komplette Pflanze aus und bleibt sehr stabil stehen
Standort
sonnig, eher magerer Boden
Blütezeit
(Juni), Juli, August, September
Blüte
sehr festes Körbchen, mehrere Lagen Kelchblätter mit starr ausgezogener Spitze, gelbe Röhrenblüten, keine Kronblätter
Fruchtreife
August, September, Oktober
Frucht
tief im Körbchen sitzende helle Samen, abgeschrägt vierkantig, vielstrahliges, starres, nicht flugfähiges Schirmchen, ausgebreitet wie ein Stern
Vermehrung
Aussaat, am Naturstandort Selbstaussaat, ich ziehe die Pflanzen im Frühjahr vor und pflanze sie aus
Frosthärte
nicht frosthart
Tierische Besucher
Bestäubung durch langrüsselige Bienen und Hummeln, Schmetterlinge
Pflege
kaum Pflege nötig
Verwendbare Teile
die nach der Samenreife abgetrockneten Pflanzen lassen sich sehr gut für Dekorationen verwenden
Inhaltsstoffe
in den Blättern Saponine, in der Blüte gelbe Farbstoffe (Carthamin, Carthamidin), in den Samen Squalen (Triterpen), Vitamin E, das aus den Samen gepresste Öl enthält bis zu 75% Linolsäure
Status
im Sommer anwesend
Literatur
Geschichte und Geschichten
Was für eine hübsche Distel! Ich habe ohnehin eine Schwäche für Disteln und ihren Aufbau, die Wollige Färberdistel ist in ihrer ganzen Form einfach großartig. In der jungen Rosette sind die (noch fast weichen Blätter) so angeordnet, dass jedes die größtmögliche Fläche der Sonne präsentiert. Dieses Stadium dauert nicht allzu lange. Die Rosette löst sich auf, je weiter die Pflanze in die Höhe wächst, was je nach Bodenbeschaffenheit und klimatischen Gegebenheiten zwischen 25cm und 90cm liegen kann. Jetzt zeigt die Pflanze deutlich, dass sie nicht angefasst werden möchte, die harten Blattdornen sind eine zuverlässige Abwehrmaßnahme. Erst im oberen Bereich verzweigt sich der Stängel, an kurzen Seitentrieben bilden sich die Blütenknospen. Die Blüte selbst besteht aus gelben Röhrenblüten, Kronblätter werden nicht gebildet. Mehrere Lagen stark bedornter Kelchblätter schützen erst die Blüten und später die Samen, die sich tief im Innern des Körbchens bilden. Zwischen weichen dunklen Borsten stecken abgeschrägt vierkantige, relativ große Samen, an deren oberem Ende sich ein zusammengefaltetes Schirmchen befindet, das sich erst öffnet wenn die Samen voll ausgereift sind. Bei trockenem Wetter drückt es diese nach oben und aus dem Körbchen heraus. wie ein kleiner Strohstern sieht dieses Anhängsel aus, das keinen Auftrieb geben kann, da die Samen zu schwer sind. Um die Samen zu ernten muss ich sehr vorsichtig in den Kelch hineingreifen, sonst steche ich mir in die Finger. Nach der Samenreife stirbt die Färberdistel ab, bleibt aber formstabil und kommt sehr dekorativ in einem Trockenstrauß zur Geltung.