Eberesche (Sorbus aucuparia)

Aus Pflanzenwiki

Weitere Namen

Eberesche, Blüte (14.5.)
Eberesche, fruchtend (15.7.)
Eberesche, Füchte (19.7.)

Vogelbeere, Drosselbeere

Botanischer Name

»Sorbus« möglicherweise von der indogermanischen Wurzel ser/serbho und sor/sorbho - rot, rötlich, »aucuparia« von lat. auceps - Vogelsteller, avis - Vogel und capere - einfangen

Englischer Name

Rowan

Familie

Rosengewächse, Rosaceae

Verbreitung

Europa, Asien

Wuchs

ausdauernd, verholzend, bis 15m hoher Strauch oder Baum, Blätter unpaarig gefiedert, Blüten in Doldentrauben

Standort

sonnig, nahrhafter Boden

Blütezeit

Mai, Juni

Blüte

weißliche fünfzählige Blüten in Doldentrauben, unangenehm fischig riechend

Fruchtreife

(August), September

Frucht

gelbe bis dunkel orange beerenartige Frucht mit kleinen Kernen

Vermehrung

durch Stecklinge, Wurzelbrut, Selbstaussaat

Frosthärte

Laub abwerfend, frosthart

Pflege

Rückschnitt wenn nötig

Verwendbare Teile

Beeren, verarbeitet (roh ungenießbar)

Inhaltsstoffe

Parasorbinsäure (wird beim Kochen zerstört), Bitterstoffe, ätherische Öle, Gerbstoffe, Abrotonit, Apfel- und Zitronensäure, Bernsteinsäure, Vitamin C, Zucker, Sorbit (wurde früher als Zuckerersatz für Diabetiker verwendet)

Status

anwesend

Literatur

  • Aromaschätze Wildfrüchte und Gewürze S.43, Markusine Guthjahr (2008)
  • Bärlauch und Judenkirsche S.121, Gerhild Birmann-Dähne (1996)
  • Die Kräuter in meinem Garten S.129, Siegrid Hirsch, Felix Grünberger (2008)
  • Essbare Wildbeeren und Wildpflanzen S.220. Detlev Henschel (2002)
  • feld- Wald- und Wiesenkochbuch S.124, Eve Marie Helm (1978)
  • Giftpflanzen Pflanzengifte S.673, Roth, Daunderer, Kormann (1994)
  • Großes Kräuter- und Gewürzbuch S.88, Heinz Görz (1987)
  • Kölbls Kräuterfibel S.92, Konrad Kölbl (1993)
  • Köstliches aus dem Garten S.212, Marion Nickig, Heide Rau (2005)
  • Köstliches von Hecken und Sträuchern S.78, Markus Strauß (2011)
  • Kräuter S.227, Burkhard Bohne (2010)
  • Paradiesapfel und Pastorenbirne S.137, Erika Schermaul (2004)
  • Symbolik der Pflanzen S.61, Marianne Beuchert (1996)
  • Wildfrüchte Köstlichkeiten aus der Natur S.23. Markusine Guthjahr (2011)
  • Wildobst S.21, Helmut Pirc (2009)
  • Wo der Pfeffer wächst S.266, Hansjörg Küster (1987)
  • kraut&rüben 8/2014

Geschichte und Geschichten

Die Eberesche gehört zu den Rosengewächsen und ist im gesamten europäischen Raum bis nach Asien zu Hause. Sie kann bis zu zwölf Meter hoch werden und wächst in Höhenlagen bis etwa 2400 Meter. Sie wächst nur selten einstämmig, meist eher strauchartig, wobei aus der Wurzel immer wieder Stämme nachwachsen. Trotzdem bildet sie eine Krone aus, so dass sie von weitem wie ein Baum aussieht. Die Triebe wachsen zunächst steil aufrecht, biegen sich erst auseinander, wenn sie vom Gewicht der Früchte herunter gezogen werden. Die unpaarigen Fiederblätter treiben im Frühjahr fast zeitgleich mit den Blüten aus. Letztere stehen in aufrechten Schirmrispen zusammen, werden von vielen Insekten besucht. Ihr Duft ist eher unangenehm, etwas fischig, was jedes mal wieder irritiert, wenn ich daran vorbei gehe. Im Abblühen sehen die Dolden ein bisschen schmutzig aus, verbräunen bis die Blütenblätter abfallen. Während des Sommers reifen die Beeren, im August färben sie sich von grün zu leuchtend orange. Roh sind die Früchte ungenießbar, da sie durch den hohen Gehalt an Parasorbinsäure sehr bitter sind. Die Säure zerfällt beim Kochen. Werden die Beeren vor der Verarbeitung eine Nacht in Essigwasser eingelegt, nimmt die Bitterkeit weiter ab. Fast frei von Bitterstoffen ist die Mährische Eberesche, ein Zufallssämling, der um 1810 in Böhmen entdeckt wurde. Diese Variante wurde weiter züchterisch bearbeitet, so dass heute verschiedene Sorten der Edel-Eberesche im Handel sind. Die Früchte lassen sich zu Sirup, Likör oder gemischt mit anderen Früchten zu Marmeladen verarbeiten. Was am Baum hängen bleibt wird bald von verschiedenen Vögeln abgeräumt, so dass vom Fruchtschmuck meist schon vor dem Winter nichts mehr zu sehen ist.

Der Name Eberesche leitet sich nicht etwa vom wilden Schwein ab, »Eber« geht vielmehr auf »aber« zurück, im Sinne von falsch, es handelt sich also um eine »Falsche Esche«.

Kulinarisches