Kartäusernelke (Dianthus carthusianorum)

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Weitere Namen

Kartäusernelke, Austrieb (8.5.)
Kartäusernelke, Blüte (27.6.)
Kartäusernelke, Samen

Steinnelke, Blutnelke

Botanischer Name

»Dianthus« von gr. dios anthos - Blume des Zeus, »carthusianorum« Benennung nach dem 1084 gegründeten Kartäuser-Orden (die Mönche nutzten die saponinhaltige Pflanze als Heilmittel bei rheumatischen Beschwerden), Erstbeschreibung 1753 durch Carl von Linné (1707-1778) schwedischer Naturforscher

Englischer Name

Carthusian Pink

Familie

Nelkengewächse, Caryophyllaceae

Verbreitung

Süd- West- und Mitteleuropa, nördliche Verbreitungsgrenze sind Nord- und Ostsee

Wuchs

ausdauernd, schmale, nadelartige graugrüne gegenständige Blätter, kaum höher als 10cm, Blütenstand bis 25cm

Standort

sonnige, kalkhaltige Trockenrasen, Heideflächen, die Pflanzen besiedeln Böden die mit Schwermetallen wie Blei und Zink belastet sind

Blütezeit

Juni, Juli, August, September, (Oktober), (November)

Blüte

pink farbene fünfzählige Stieltellerblüte mit im unteren Bereich zu einer engen Röhre verwachsenen Kronblättern , 7-15 Blüten in engen Büscheln endständig auf dünnem Stängel, Kelch und Hochblätter braun abtrocknend

Fruchtreife

August, September, Oktober

Frucht

schmale gezähnte Streukapsel

Vermehrung

durch Selbstaussaat, Teilung größerer Pflanzen

Frosthärte

grün überwinternd, frosthart bis etwa -25°C, bei langem Kahlfrost zurück frierend

Tierische Besucher

Bestäubung durch Tagfalter und einige Wildbienenarten, um an den tief in der Blüte verborgenen Nektar zu gelangen ist ein langer Rüssel nötig

Pflege

die Pflanze hält sich nur auf offenen trockenen Standorten, wird sonst leicht überwuchert

Verwendbare Teile

Blütenblätter als Farbtupfer im Salat, Auszug aus den saponinhaltigen Blättern wurde als Mittel gegen Rheuma verwendet

Inhaltsstoffe

Saponine, Eugenol, Anthocyane, Flavonoide

Status

anwesend

Literatur

  • Wildpflanzen für jeden Garten S.78, Reinhard Witt (1994)

Geschichte und Geschichten

Solange die Kartäusernelke nicht blüht, ist sie an ihrem natürlichen Standort kaum zu sehen. Ihre Blätter ähneln Grasbüscheln so sehr, dass auch im Garten immer wieder die Gefahr besteht, sie versehentlich mit aus zu reißen. Die schmalen spitz zulaufenden Blätter sind angepasst an das Leben in einer offenen, mageren Wiesenlandschaft, wie sie auf steinigen Berghängen vorkommt. Sie gehört zu den Pflanzen, die auf mit Schwermetallen belasteten Böden gedeihen. Wo sie besonders üppig wächst, findet sich häufig Zink oder Blei in der Erde. In Kultur genommen wurde sie wahrscheinlich von Mönchen des französischen Kartäuser-Ordens, die ihre heilende Wirkung bei rheumatischen Beschwerden erkannten und sie in die Klostergärten holten. Auch bei Schlangenbissen und Zahnschmerzen sollte das Kraut wirksam sein und wegen des hohen Gehalts an Saponinen wurde es sogar zur Herstellung von Waschlauge verwendet. Dem Volksglauben nach soll die Pflanze Blitze anziehen, was zu Namen wie »Blitzblümlein« und »Donnernelke« führte.