Suhosine (Debregeasia edulis)

Aus Pflanzenwiki

Weitere Namen

Suhosine, Wuchs (17.10.)
Suhosine, Blüte (1.1.)
Suhosine, Füchte (3.7.)

Janatsi-itsigo (Yanagi ichigo), Sri Lanka-Debregasie

Botanischer Name

»Debregeasia« nach Prosper-Justin de Bregas (1807-?), französischer Marineoffizier und Forschungsreisender, »edulis« lat. essbar, Erstbeschreibung durch Chia Jui Chen (1935-) chinesischer Botaniker

Englischer Name

Suhosine-Mulberry, Japanese Mulberry

Familie

Nesselgewächse, Urticaceae

Verbreitung

Japan, Taiwan, China, Nepal, Bhutan, Indien

Wuchs

ausdauernd, kräftiger Wurzelballen, schnell wachsender Strauch mit langen kaum verzweigten Trieben, die leicht auseinander fallen, Blattknospen weiß-filzig behaart, schmal lanzettliche leicht runzelige Blätter mit fein gesägtem Rand, Oberseite matt grün, Unterseite fast weiß, in seiner Heimat immergrün

Standort

sonnig bis halbschattig, nährstoffreicher Boden, der nicht austrocknen sollte, möglichst hohe Luftfeuchtigkeit, Kübelpflanze

Blütezeit

Dezember, Januar, Februar, Mai, Juni

Blüte

je zwei verzweigte kurze Blütenstände beidseitig aus der Narbe der abgeworfenen Laubblätter wachsend, wenige Millimeter große grüne kugelige Blüten mit vielen Staubgefäßen, die der Blüte ein pelziges Aussehen geben, die Blühwilligkeit hängt offenbar mit der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit zusammen, kühl (um 10°C) stehende Pflanzen blühen deutlich kräftiger, in etwas kühleren Jahren ist auch eine Blüte im Frühsommer möglich, da während der winterlichen Blühphase kaum Insekten unterwegs sind und im Haus auch kein Wind weht, bilden sich die Früchte vermutlich durch Selbstbestäubung

Fruchtreife

April, Mai, Juni, August, September

Frucht

winzige, maximal erbsengroße orange Sammelfrucht, ähnlich einer Himbeere oder Maulbeere, in Büscheln am ganzen Stängel in den Blattachseln wachsend

Vermehrung

durch Stecklinge im Frühsommer

Frosthärte

nicht frosthart, im warmen Wohnzimmer und mäßigem Licht vergeilen die Triebe, ein Teil der Blätter wird abgeworfen, hell und mäßig warm (15-18°C) bleibt die Belaubung weitgehend erhalten, hell und kalt (zwischen 5 und 10°C) blühen die Pflanzen im Januar und Februar sehr üppig

Tierische Besucher

Pflege

Rückschnitt, wenn die Pflanze zu groß wird, dabei darauf achten, dass die Früchte am alten Holz wachsen, also am Besten nach der Ernte im Frühjahr, besonders nach der Blüte darauf achten, dass die Erde nicht austrocknet, sonst werden die Früchte abgeworfen

Verwendbare Teile

die winzigen Beeren lassen sich am Besten direkt vom Strauch naschen, werden in der Heimat der Pflanze zu Marmelade und Wein verarbeitet, die Stämme enthalten Fasern, aus denen Seile und Fischernetze hergestellt werden

Inhaltsstoffe

Vitamine, Mineralien

Status

anwesend, Jungpflanzen vorhanden

Literatur

Geschichte und Geschichten

Ihre Verwandtschaft mit der Brennnessel ist der Suhosine nicht unbedingt anzusehen. Sie hat weder Brennhaare, noch das Potential, sich im Garten zu einem wuchernden Unkraut zu entwickeln. Als die Pflanze im späten Frühjahr bei mir ankam, war sie ziemlich klein und unscheinbar. Als nicht frosthartes Gewächs bekam sie einen ihrer Größe entsprechenden Blumentopf und stand dann zur Beobachtung auf der Terrasse. Sie schien sich wohl zu fühlen, denn schon bald reckte sie ihre dünnen Zweige in alle Richtungen und musste in einem größeren Topf in den Garten umziehen. Trotz des feuchten Sommers brauchte sie immer wieder zusätzliche Bewässerung, nahm ein paar trockene Tage aber nicht allzu übel. Zum Überwintern wurde die inzwischen ziemlich ausladende Suhosine vorsichtig zusammen gebunden und in einem nur wenig beheizten, halbwegs hellen Raum untergebracht. Ich war einigermaßen überrascht, als ich beim Gießen sah, dass sie plötzlich in der dunkelsten Zeit des Jahres ihre Zweige über und über mit winzigen grünen Blüten geschmückt hat. Kleine pelzige Kugeln sitzen an kurzen doppelt verzweigten Trieben, die direkt aus dem alten Holz wachsen, aus der Narbe eines abgeworfenen Laubblattes. Die Pflanze braucht während und nach der Blüte genügend Wasser, sonst trocknen die meisten der winzigen Beeren ein und fallen ab. Da ich das zu spät gemerkt habe, fiel die erste Ernte entsprechend mager aus. Ein paar Früchte fanden sich dann im Frühsommer, sie schmecken süß und knuspern beim drauf beißen. Bis zum Herbst ist aus der kleinen Pflanze vom Vorjahr ein Strauch von gut 1,5 Metern Höhe geworden, der bräuchte eigentlich einen Wintergarten für die kalte Jahreszeit... Ein Rückschnitt ist zwar jederzeit möglich, sollte aber vor dem Winter nur sehr vorsichtig vorgenommen werden, da sonst die nächste Ernte ausfällt.

Im etwas kühleren, feuchteren Sommer des Jahres 2021 hat einer der Sträucher nach einer Winterblüte ein weiteres Mal im Frühsommer geblüht und reichlich Früchte angesetzt, die Ende August, Anfang September reif sind.

Inzwischen stehen die Suhosinen im Winter in einer kleinen Orangerie bei Temperaturen um 10°C und hoher Luftfeuchtigkeit, was ihnen offenbar sehr zusagt. Im Februar sind alle Zweige voller Blüten, die sich bei zunehmend längeren Tagen zu Früchten entwickeln. Bestäubende Insekten sind offenbar nicht nötig, die Blüten sind selbstfruchtbar.