Ölweide (Elaeagnus species)

Aus Pflanzenwiki
Weitere Namen

Korallen-Ölweide (Elaeagnus umbellata) Doldige Ölweide, Schirm-Ölweide Vielblütige Ölweide (Elaeagnus multiflora) Essbare Ölweide, Edel-Ölweide

Botanischer Name

»Elaeagnus« - Benennungshintergrund nicht eindeutig geklärt, möglicherweise von gr. eleia - Ölbaum und dessen Frucht und gr. agnos - Lamm (wegen der weißfilzigen Blattunterseiten), »umbellata« - doldig, »multiflora« - vielblütig, Erstbeschreibung beider Arten durch Carl Peter Thunberg (1743-1822)

Englischer Name

Korallen-Ölweide Autumn Olive, Vielblütige Ölweide Cherry Elaeagnus

Familie

Ölweidengewächse, Elaeagnaceae

Verbreitung

Japan, China, Korea

Wuchs

ausdauernd, anfangs langsam wachsend, später mit ausgreifendem Wurzelsystem, Wurzelausläufer, leicht sparrig wachsender Strauch bis etwa 4m Höhe und Breite, an den Wurzeln befinden sich kleine Knöllchen mit Aktinorrhiza- Bakterien, die Stickstoff für die Pflanze verwertbar machen

Standort

sonnig bis halbschattig, kommt gut mit magerem Boden zurecht

Blütezeit

Mai

Blüte

kleine röhrige Blüten, 4 Kronblätter die sich nur im vorderen Bereich flach ausbreiten, in dichten Büscheln in den Blattachseln, stark duftend

Fruchtreife

Ende Juli bis Ende September

Frucht

Korallen-Ölweide: etwa 5-7mm durchmessende rundliche Früchte, rot mit weißen Sternhaaren besetzt, ein länglicher Steinkern, Vielblütige Ölweide: eiförmige etwa 1,5cm lange rote Früchte mit länglichem Steinkern

Vermehrung

Aussaat der gereinigten Samen im Herbst (Kaltkeimer), Wurzelausläufer, Stecklinge, Veredelung besonderer Sorten

Frosthärte

in normalen Wintern frosthart, bei längerem Dauerfrost kann es zu Schäden am Holz kommen

Tierische Besucher

die üppige Blüte lockt alles an was fliegen kann

Pflege

die Vielblütige Ölweide fängt nach zögerndem Start so kräftig an zu wachsen, dass ein gelegentlicher Rückschnitt nötig werden kann, notfalls lässt sie sich auch "auf den Stock setzen" (kompletter Schnitt bis knapp über dem Boden) vereinzelte Wurzelausläufer lassen sich zur Vermehrung nutzen

Verwendbare Teile

die Beeren beider Arten können frisch vom Strauch genascht werden, sind eine leckere Müsli-Zutat und ergeben eine fruchtige Marmelade, aus Blüten und Früchten lässt sich auch ein Likör ansetzen

Inhaltsstoffe

Vitamine A, C und E, Phenole, Anthocyane, Lutein, Lycopin (roter Farbstoff, der auch in Tomaten vorkommt), Phosphor, Kalzium, Magnesium, Kalium, Eisen

Status

anwesend

Literatur
  • Enzyklopädie der Wildobst- und seltenen Obstarten
Geschichte und Geschichten

Ölweiden sind sehr genügsame Gehölze, die auch mit widrigen Bodenverhältnissen zurecht kommen. Sie halten eine relativ hohe Schadstoffbelastung, sowohl im Boden wie auch in der Luft aus, werden daher gerne an Straßen gepflanzt. An Böschungen halten sie mit ihrem weitläufigen Wurzelsystem die Erde fest und trotzen auch stärkeren Winden. An der Ostsee haben Pflanzungen den gleichen Zweck wie Sanddorn, mit dem sie eng verwandt sind. Die beiden Sträucher in meinem Garten sind noch jung und zierlich, bis sie richtig loswachsen vergehen ein paar Jahre. Dann kann aber ab und zu durchaus ein kräftiger Rückschnitt nötig werden. Die Sträucher wachsen von Grund auf mehrtriebig und wirken etwas sparrig, als wüssten sie nicht genau, welche Richtung ein neuer Ast nehmen soll.

Im Mai beginnt die Blütezeit und die ist schon etwas besonderes. Der ganze Strauch ist mit unauffälligen kleinen weißlichen Blüten übersät, die in Büscheln den Blattachseln entsprießen. Der Duft dieser Blüten füllt den ganzen Garten aus, besonders vom späten Nachmittag bis in den Abend. Etwa drei Wochen dauert der Duftzauber, dann fallen die Blüten ab und bis Ende August steht der Strauch unauffällig vor sich hin. Ist er alleine, so bilden sich nur vereinzelte Früchte, hat er eine andere Sorte zur Seite, dann hängen die Zweige bald voll mit kleinen roten Beeren. Die ähneln in der Form denen vom Sanddorn. Während beim Sanddorn aber ein leuchtendes Orange vorherrscht, bleibt das Rot bei der Ölweide eher gedämpft und die Beeren sind mit winzigen Sternhaaren besetzt, so dass sie sich leicht rau anfühlen. Im Innern befindet sich ein Steinkern, der so klein ist, dass er beim Essen verschluckt werden kann (was ja der Sinn der Sache ist, da Tiere so die Samen verbreiten). Der Geschmack der Beeren ist angenehm süßsäuerlich.

Um aus den Früchten eine Marmelade zu bereiten, müssen sie erstmal geerntet werden. Bei der geringen Größe der Beeren ist das etwas mühsam und ich bin dazu übergegangen, ganze Zweige abzuschneiden um anschließend alles abzuzupfen. Die Beeren werden gewaschen und anschließend kurz aufgekocht bis sie platzen. Um die Kerne zu entfernen streiche ich die Masse durch ein Sieb um schließlich je nach Menge und entsprechend abgewogenem Gelierzucker (am Besten 3:1) einen Fruchtaufstrich zu kochen. Der bekommt eine eigenartige Farbe, denn die Beeren enthalten im Fruchtfleisch wie auch in den Kernen Öl. Das wird als grünliche Schlieren sichtbar.