Ananassalbei (Salvia rutilans)

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Weitere Namen

Ananassalbei, Wuchs (12.7.)
Ananassalbei, Blüte (19.10.)

Botanischer Name

»Salvia« von lat. salvus - gesund, »rutilans« gelblich rot

Englischer Name

Pineapple Sage

Familie

Lippenblütler, Lamiaceae

Verbreitung

Mexiko, Guatemala

Wuchs

ausdauernd, buschiger Wuchs, im zweiten Jahr eher sparrig, weiche intensiv nach Ananas duftende Blätter, Blütenstand bis 80cm hoch,

Standort

hell aber keine pralle Sonne, nahrhafte Erde, braucht viel Wasser, Kübelpflanze

Blütezeit

(September), Oktober, November

Blüte

Rispen mit hellroten röhrigen Blüten, süß duftend und schmeckend

Fruchtreife

Februar, setzt hier nie Samen an

Frucht

Vermehrung

durch Stecklinge im Frühjahr

Frosthärte

nicht frosthart, hell und warm überwintern oder ebenerdig abschneiden, dann kann die Wurzel kalt und dunkel stehen bis sie wieder austreibt, gelegentlich überleben auch Pflanzen im Freiland, die dann oberirdisch absterben und im Sommer wieder austreiben

Tierische Besucher

in seiner Heimat wird der Ananassalbei durch Vögel (Kolibris) bestäubt, hier übernehmen das langrüsselige Falter und Hummeln, häufig wird der Blütenkelch aber auch seitlich angebissen, um den Nektar ohne die gewünschte Bestäubung zu stehlen

Pflege

Pflanze verkahlt meist im zweiten Jahr, daher im Frühjahr Stecklinge machen, sie bewurzeln sehr schnell

Verwendbare Teile

frische Blätter im (Obst)-Salat, Tee aus den Blättern schmeckt enttäuschend, Blüten als Dekoration oder für Tee, Blütenstiele lassen sich als Dekoration trocknen

Inhaltsstoffe

ätherische Öle,

Status

anwesend, Jungpflanzen im Frühsommer vorhanden

Literatur

  • Der neugierige Gärtner S.135, Jürgen Dahl (1998)
  • Kräuter S.176, Burkhard Bohne (2010)
  • Kräuterspezialitäten S.26, Marie-Luise Kreuter (2006)
  • Vom Geschmack der Lilienblüten S.309, Jürgen Dahl (1995)
  • kraut&rüben 7/2004, 11/2007, 4/2018 S.73

Geschichte und Geschichten

Die erste Begegnung mit dem Ananassalbei löst immer wieder Erstaunen aus, der Ananasduft ist unerwartet eindeutig und intensiv. Die Salbei-Sippe ist groß und viele ihrer Mitglieder kommen aus Regionen, in denen das ganze Jahr über relativ milde Temperaturen herrschen, das heißt, sie vertragen keinen Frost. So wächst auch der Ananassalbei am Besten im Topf und wird im Haus überwintert. Den Sommer verbringt die Pflanze gerne im Freien, bleibt dort wesentlich kompakter als drin und ihr Aroma ist intensiver. Ein im April geschnittener Steckling wird bis zum Spätsommer zu einem recht stattlichen Busch, entsprechend groß sollte der Topf sein. Die vielen Blätter sind weich behaart, sie brauchen eine Menge Feuchtigkeit, so dass bei sonnigem Standort (was dem Aroma gut tut) zwei- bis dreimaliges Gießen am Tag erforderlich ist. Die hübschen roten Blüten erscheinen leider erst so spät im Jahr, dass die ersten Fröste meist schon vorbei sind und die Pflanze bereits ins Haus umziehen musste. Auch sie haben ein feines fruchtiges Aroma und lassen sich in Obst- und anderen Salaten verwenden. Im Winter ist es in unseren Breiten eigentlich zu dunkel für die exotischen Salbeiarten. Alle, die ihr Laub behalten verkahlen von unten her und sehen im Frühjahr wenig ansehnlich aus. Zum Glück ist gerade der Ananassalbei ein sehr frohwüchsiger Geselle und Stecklinge aus den Triebspitzen wachsen zuverlässig an. In milden Wintern kann die ausgepflanzte Wurzel, mit Kompost abgedeckt, sogar im Garten überleben, was eine meiner Pflanzen seit drei Jahren geschafft hat. Sie treibt dann aber selten vor Juni aus.