Arabischer Jasmin (Jasminum sambac)

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Weitere Namen

Sambac

Arabischer Jasmin, Austrieb (9.9.)
Arabischer Jasmin, Blüte (18.8.)
Arabischer Jasmin, Blüte (18.8.)

Botanischer Name

»Jasminum« gr. Jasme - Jasmin, iasminon myron - wohlriechendes Öl der Perser, »sambac« arab. zambaq - Lilie (wegen des Blütenduftes)

Englischer Name

Arabian Jasmine, Belle of India

Familie

Ölbaumgewächse, Oleaceae

Verbreitung

ursprünglich in Indien beheimatet

Wuchs

ausdauernd, etwas sparriger Spreizklimmer, dunkelgrüne derbe herzförmige Blätter, Blütenstand in den Blattachseln, mehrblütig

Standort

sonnig, nahrhafter, eher Boden, keine Staunässe, Kübelpflanze

Blütezeit

Juni, Juli, August, September

Blüte

weiße sternförmige Stieltellerblume, zu mehreren an einem Blütenstand, intensiv duftend, beim Trocknen gelblich rosa

Fruchtreife

Frucht

kugelige dunkle Beere

Vermehrung

durch Stecklinge, die allerdings recht lange brauchen, um Wurzeln zu bilden

Frosthärte

nicht frosthart, im Sommer gerne draußen, sollte schon bei Temperaturen unter +10°C ins Haus geholt werden, blüht bei heller warmer Überwinterung gelegentlich auch im Winter

Tierische Besucher

Bestäubung durch langrüsselige Hummeln oder Falter

Pflege

Klettergerüst anbringen und Triebe vorsichtig hineinflechten, da sie sich nicht selbst festhalten, Gießwasser sollte nicht zu kalt sein, regelmäßiger kräftiger Rückschnitt soll zu buschigem Wuchs führen

Verwendbare Teile

Blüten, zur Aromatisierung von Tee

Inhaltsstoffe

ätherische Öle, Flavonoide, Kumarin, Phenole, Glycoside

Status

anwesend

Literatur

  • Ein Garten der Düfte S.113, Helga Urban (2009)
  • Pflanzenparadies Wintergarten S.150, Christoph und Maria Köchel (1998)
  • Von lauschigen Lauben und herzigen Veilchen S.19, Helga Panten, Marion Nickig (2005)
  • kraut&rüben 1/2000

Geschichte und Geschichten

Der Arabische Jasmin kann mit wenigen offenen Blüten ein ganzes Zimmer parfümieren. Die etwas sparrig wirkende Pflanze widersetzt sich gerne wohlgemeinten Versuchen, sie in irgendeine Form zu zwingen. Ihre langen steifen Triebe haben eigene Vorstellungen und wenn sie zu stark gebogen werden brechen sie einfach ab. An ihrem natürlichen Standort klettern die Pflanzen bis zu zehn Meter hoch in die umgebende Vegetation. Ein großzügiges Gerüst zum anbinden sagt ihr noch am ehesten zu. Ein kräftiger Rückschnitt nach der Blüte soll zu kompakterem Wuchs führen, muss dann aber immer wieder durch geführt werden. Im Sommer fühlt sich der Jasmin draußen an einem nicht zu sonnigen Platz wohl und blüht dort auch freigiebig. Im Winter braucht er einen warmen Standort und sehr viel Licht, ansonsten bleibt er zwar grün, blüht aber nicht. Immer wieder trocknen dann Triebe zurück, was aber nicht dramatisch ist, im Frühjahr wächst er nach einem Rückschnitt sofort weiter. Die weißen Sternblüten lassen sich wunderbar zum Aromatisieren von Tee verwenden, werden einfach direkt mitgebrüht oder frisch in die Teedose gelegt, um dort ihr Aroma an den Tee abzugeben. Aus den Blüten wird ein ätherisches Öl gewonnen, das Jasmin Absolue. Für ein Kilo des Öls werden 1000 kg Blüten benötigt.