Bärenklau (Acanthus mollis)

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Weitere Namen

Bärenklau, Blatt
Bärenklau, Blütenknospe (19.5.)
Bärenklau, Blüte (6.6.)
Bärenklau, Samenstand (10.10.)

Pracht-Akanthus, Weicher Bärenklau, Wahrer Bärenklau

Botanischer Name

»Acanthus« möglicherweise von gr. akantha - Distel, Distelartige Sippe, »mollis« lat. weich

Englischer Name

Bears Breeches

Familie

Acanthaceae

Verbreitung

südliches Europa

Wuchs

Krautige Staude, in der Trockenphase einziehend

Standort

trockene bis leicht feuchte, kalkhaltige Böden, nur in warmen Lagen ausgepflanzt überwinternd

Blütezeit

Juni, Juli

Blüte

in 20-40cm langen, steifen Ähren stehende, weiß, rosa oder violett farbene Lippenblüten

Fruchtreife

Herbst

Frucht

2-fächerige Kapsel mit braunen, knapp 1cm langen Samen, die Samen werden durch einen federartigen Schleudermechanismus bis zu 9m weit in zwei verschiedene Richtungen weggeschossen

Vermehrung

Aussaat im zeitigen Frühjahr, im Haus

Frosthärte

nicht frosthart, verträgt kurzfristig Temperaturen bis etwa -5°C, als Kübelpflanze im Sommer draußen, im Winter im Haus an einem hellen kühlen Platz oder kalt und dunkel, dann zieht sie komplett ein, in milden Gegenden winterhart mit Abdeckung

Tierische Besucher

Ameisen sind an den Blüten interessiert

Pflege

alle zwei bis drei Jahre in frische nährstoffreiche Erde topfen

Verwendbare Teile

frische Blätter als Umschlag bei Verstauchungen oder Verbrennungen

Inhaltsstoffe

Schleimstoffe, Gerbstoffe, Enzyme

Status

anwesend

Literatur

  • A Contemplation upon Flowers S.27, Bobby J. Ward (1999)
  • Geheimnisse der Pflanzenwelt S.258, Gerd K. Müller, Christa Müller (2003)
  • Kräuter S.94, Burkhard Bohne (2010)
  • Mein Garten S.211, Vita Sackville-West (1951-1958)
  • Pflanzen des Mittelmeerraumes S.148, Andreas Bärtels (1997)
  • Was hier alles wächst S.46, Susanne Lipps (2017)
  • kraut&rüben 9/2014

Geschichte und Geschichten

Der Name Akanthus ist in der Kunst ein geläufiger Begriff, standen die dekorativen Blätter dieser Pflanze doch Pate für die Akanthus- Kapitelle der griechischen Tempelsäulen. Im fünften Jahrhundert vor Christus war Calimachos, ein Architekt und Bildhauer aus Athen, der Erste, der die dekorativen Blätter als Verzierung einsetzte. In ihrer Heimat wächst die Pflanze zu einer imposanten Gestalt heran, kann durchaus einen Quadratmeter abdecken. Das bleibt ihr in unseren Breiten verwehrt, da sie nicht zuverlässig frosthart ist. Ein Leben im Kübel ist zwar möglich, um zur Blüte zu gelangen braucht die Pflanze allerdings auch im Winter relativ viel Licht. Ein Wintergarten wäre schön, oder zumindest ein helles, nicht zu warmes Zimmer. Die Blätter sollten grün bleiben, um Kraft zu sammeln für den Blütenstand, der sich im Mai entwickelt, und im Juni die eigenwilligen Blüten öffnet.