Erdginseng (Talinum paniculatum)

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Weitere Namen

Erdginseng, Wuchs (5.6.)
Erdginseng, Knospen und Blüten (247.)
Erdginseng, Blüte (28.7.)
Erdginseng, Blüte und Samenkapsel (27.6.)

Surinam-Spinat, Tu Ren Shen

Botanischer Name

»Talinum« Bedeutung unklar, möglicherweise ein Artname aus dem Senegal oder auch von lat. telinum - eine aus Bockshornklee hergestellte Salbe, »paniculatum« - von lat. panicula - büscheliger oder rispiger Blütenstand, Erstbeschreibung 1760 als Portulaca paniculata durch Nicolaus Joseph von Jacquin (1727-1817), 1791 durch Joseph Gaertner (1732-1791) umbenannt in Talinum

Englischer Name

Jewels of Opar, Fameflower

Familie

Portulakgewächse, Portulacaceae

Verbreitung

Zentralamerika

Wuchs

ausdauernd, fleischig verdickte Wurzel, gelbgrüne sukkulente, ovale Blätter mit sehr kurzem Stängel, glattrandig, Höhe etwa 25cm, Blütenstand 50-60cm, am Naturstandort bis 2m hoch

Standort

sonnig bis halbschattig, nahrhafter Boden, als Gemüse im Beet oder als Zierpflanze im Topf

Blütezeit

(Mai), Juni, Juli, August, September, Oktober

Blüte

dünner, im oberen Bereich verzweigter Stängel mit winzigen, fünfzähligen kräftig rosa Blüten, die sich nachmittags öffnen und wenige Stunden später wieder schließen

Fruchtreife

Juli, August, September, Oktober

Frucht

winzige, erst rote, dann braun abreifende kugelige Kapsel mit vielen flachen dunklen Samen

Vermehrung

Aussaat im Frühjahr im Haus, Keimdauer 4-6 Tage, gelegentlich Selbstaussaat im Laufe des Sommers, steht die Pflanze im Winter mit anderen Topfpflanzen zusammen und trägt Samen, so sind im Frühjahr in allen umstehenden Töpfen Jungpflanzen zu finden

Frosthärte

nicht frosthart, Pflanze kann im Topf kühl und hell im Haus überwintert werden

Tierische Besucher

Bestäubung durch kleine Wildbienen, Schwebfliegen und Käfer

Pflege

kaum Pflege nötig

Verwendbare Teile

die leicht sukkulenten Blätter sind eine leckere Salatzutat, können aber auch als Spinat gekocht werden, die zarten Blütenstiele machen sich schön in Sträußen, lassen sich gut trocken, die Wurzel soll eine ähnliche Wirkung haben wie der Echte Ginseng, wird in China als allgemeines Kräftigungsmittel eingesetzt, frische Blätter werden als Wundauflage verwendet

Inhaltsstoffe

in den Blättern Vitamine, Phytosterone, Campher, in der Wurzel Saponine, Steroide, ätherische Öle, Octacosanol (wird erforscht wegen möglicher positiver Effekte bei Parkinson)

Status

anwesend, Jungpflanzen vorhanden

Literatur

Geschichte und Geschichten

Auffälligstes Merkmal des Erdginseng ist das intensive Apfelgrün seiner Blätter. Die aus dem tropischen Mittelamerika stammende Pflanze ist mittlerweile in vielen warmen Gegenden der Welt anzutreffen, wo sie sich teilweise invasiv ausbreitet. Sie wird auf unterschiedlichste Weise genutzt. Die leicht sukkulenten Blätter werden in der Küche für Salate oder als Gemüse verarbeitet. Wesentlich häufiger ist die Nutzung als Heilmittel. Die frischen Blätter dienen als Wundauflage, um die Heilung zu beschleunigen. Aus der Wurzel hergestellte Tees und Tinkturen gelten als allgemeines Stärkungsmittel, werden aber auch speziell bei Magen- und Lungenproblemen eingesetzt, ebenso bei arthritischen Beschwerden. Das in der Wurzel enthaltene Octacosanol wird auf seine Wirksamkeit bei Parkinson untersucht.

Da der Erdginseng nicht frosthart ist, empfiehlt sich eine Topfkultur. Die Aussaat im Frühjahr ist völlig problemlos, die Samen keimen sehr leicht. Schon die ersten Blättchen sind an dem typischen Grün leicht zu erkennen und zeigen eine deutliche Familienähnlichkeit mit Portulak. Sind viele Sämlinge vorhanden, können sie im Gemüsebeet ausgepflanzt werden sobald keine Nachtfröste mehr drohen. Ein oder zwei Pflanzen sollten zur Bestandssicherung im Topf bleiben. Die werden dann nicht beerntet, sondern dürfen den Sommer über wachsen und blühen. Die Pflanze selbst bleibt recht kompakt, schiebt aber bis zu dreißig Zentimeter lange, verzweigte Stängel in die Höhe. An den Enden der Verzweigungen sitzen winzige rosa Sternchen-Blüten, die leicht nicken und zu schweben scheinen da der dunkle Stängel kaum zu sehen ist. Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich kleine rote Kugeln, die im Laufe des Sommers und Herbstes abtrocknen und dann eine Vielzahl kleiner Samen freigeben. Verbleibt der Fruchtstand an der Pflanze, so werden die Samen im Umfeld verstreut und viele keimen im nächsten Frühjahr da, wo sie hingefallen sind. Getopfte Pflanzen können im Haus überwintert werden, haben dann im Folgejahr schon einigen Vorsprung und werden entsprechend größer.