Himbeere Glen Coe (Rubus x neglectus)

Aus Pflanzenwiki

Weitere Namen

Himbeere Glen Coe, Austrieb (2.4.)
Himbeere Glen Coe, Blüte (27.5.)
Himbeere Glen Coe, Frucht (16.7.)
Himbeere Glen Coe, Samen

Botanischer Name

»Rubus« indogermanische Wurzel reub - reißen (Strauch an dem man sich reißt), »neglectus« lat. vernachlässigt, unbeachtet (bezogen auf Pflanzensippen, deren taxonomische Einordnung zunächst unsicher war)

Englischer Name

Purple Rhasberry "Glen Coe"

Familie

Rosengewächse, Rosaceae

Verbreitung

Kreuzung von roter und schwarzer Himbeere aus dem schottischen Ort Glen Coe

Wuchs

ausdauernd, kräftiges Wurzelsystem ohne Ausläufer, horstig, stark wüchsig, gering bestachelt, bis 5m lange Triebe, Blätter handförmig geteilt, im Austrieb rötlich überlaufen, leicht runzelig, Blattrand gezähnt, braucht zwei bis drei Jahre um sich einzuleben, wächst dann sehr kräftig

Standort

sonnig bis halbschattig, nahrhafter eher feuchter Boden

Blütezeit

Juni, Juli

Blüte

an den Seitentrieben endständige Blütenstände, weiße fünfzählige Blüten, Kronblätter deutlich getrennt, Kelchblätter nach hinten umgeschlagen, der Ansatz der Sammelfrucht ist während der Blüte schon sichtbar

Fruchtreife

Juli, (August)

Frucht

Sammelfrucht, purpur-lila, hell bereift

Vermehrung

durch bewurzelnde Sprossenden

Frosthärte

Laub teilweise abwerfend, frosthart

Tierische Besucher

Bestäubung durch Hummeln, Bienen, aber auch Ameisen, Beeren bei Vögeln beliebt

Pflege

ebenerdiger Rückschnitt nach der Ernte, hochbinden der neuen Triebe, sonst bewurzeln sie sich, sobald sie den Boden berühren

Verwendbare Teile

Beeren frisch oder verarbeitet

Inhaltsstoffe

Gerbstoffe, Kalzium, Eisen, Karotin, Vitamine

Status

anwesend, Jungpflanzen vorhanden

Literatur

Geschichte und Geschichten

Als Kreuzung zwischen roter und schwarzer Himbeere bringt diese Sorte den Wuchs des schwarzen Elternteils mit und bildet mehrere Meter lange Triebe, die hoch gebunden werden sollten, da sie sich sonst bewurzeln. Die Pflanze braucht einige Jahre, bis sie sich eingelebt hat und dann richtig los wächst. Der Boden sollte nicht austrocknen, wie die meisten Rubus-Gewächse mag auch die Glen Coe es eher feucht, aber nicht nass. Eine Mulchschicht hilft, das Austrocknen des Bodens zu verhindern. Blüten und Früchte ähneln eher der roten Himbeere, die Beeren sind etwas süßer, weich und saftig. Nur die Farbe weicht ab, ist tatsächlich lila, mit weißlicher Bereifung. Offenbar kreuzen sich die unterschiedlichen Himbeersorten gerne untereinander, in meinem Garten sind inzwischen verschiedene recht ansprechende Sämlinge aufgetaucht.

Kulinarisches

Glen Coe-Likör

  • 250 g Glen Coe Himbeeren
  • 150 g Zucker
  • 1 l Wodka


  • Die Beeren verlesen aber nicht waschen, in ein sauberes verschließbares Gefäß geben (großes Schraubglas), Zucker dazu schütten und mit dem Wodka übergießen, so dass die Beeren bedeckt sind
  • Das Glas an einem möglichst gleichmäßig temperierten Ort (Keller) etwa drei Monate stehen lassen, gelegentlich etwas schütteln, damit der Zucker sich auflöst
  • Der Likör kann dann abgefüllt werden, aber auch auf den Beeren verbleiben, die lassen sich z.B. in Joghurt oder mit Vanilleeis zu einem leicht beschwipsten Nachtisch verzaubern