Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris)

Aus Pflanzenwiki

Weitere Namen

Kuhschelle, Blütenknospe (26.3.)
Kuhschelle, rot blühende Variante (23.4.)
Kuhschelle, Blüte (17.4.)
Kuhschelle, Samenstand (14.5.)
Kuhschelle, Samen

Küchenschelle, Teufelsbart, Petersbart

Botanischer Name

»Pulsatilla« von lat. pulsare - stoßen, anschlagen im Sinne von Glockenschlag, wegen der glockig überhängenden Blüten, »vulgaris« lat. gewöhnlich, Erstbeschreibung 1768 durch Philip Miller (1691-1771) englischer Botaniker

Englischer Name

Pasque Flower

Familie

Hahnenfußgewächse, Ranunculaceae

Verbreitung

Europa

Wuchs

ausdauernd, bis zu einem Meter lange Pfahlwurzel, weich behaarte graugrüne Blätter fein zerteilt, Blütenstand bis 40cm hoch, überhängend, werden Seitenwurzeln verletzt, entstehen an der Stelle häufig Jungpflanzen

Standort

vollsonnig, eher magerer, kalkhaltiger Boden

Blütezeit

März, April, (Mai)

Blüte

glockige, fünfzählige Blüte, als Knospe in einem weich behaarten Hochblattquirl verborgen, meist violett, selten weiß oder rosa, dicke Büschel von Staubgefäßen

Fruchtreife

Juni, Juli

Frucht

haarige, aufrecht stehende Fruchtstände, bestehend aus federschweifigen Nüsschen, die vom Wind verbreitet werden und selbständiger Bewegung fähig sind, indem die Härchen je nach Feuchtigkeit angelegt oder abgespreizt werden und so den Samen vorwärts schieben

Vermehrung

Aussaat im Herbst, Teilung älterer Pflanzen

Frosthärte

im Herbst oberirdisch absterbend, Wurzelstock frosthart

Tierische Besucher

Bestäubung durch verschiedene Bienenarten (Furchen-, Mauerbienen) und Hummeln

Pflege

kaum Pflege nötig, eventuell im Spätwinter altes Blattwerk entfernen

Verwendbare Teile

volksheilkundlich Tee aus getrocknetem Kraut bei Gichtanfällen, Keuchhusten, Hautausschlägen, nervlichen Belastungen und Erschöpfung, frisches Kraut giftig

Inhaltsstoffe

Alkaloid Protoanemoin (zerfällt beim Trocknen), Saponine, Glycoside (Anemol), ätherische Öle

Status

anwesend

Literatur

  • Blumen und Kräuter, Geheimnisvolle Namen... S.114, Ulrich Völkel (2010)
  • A Contemplation upon Flowers S.40, Bobby J. Ward (1999)
  • Das neue BLV Buch der Kräuter S.100, Richard Mabey (Hrsg.) (1989)
  • Die Kräuter in meinem Garten, Siegrid Hirsch, Felix Grünberger (2008)
  • Dumonts große Kräuter-Enzyklopädie S.338, Deni Bown (1996)
  • Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen S.621, S.G.Fleischhauer, J.Guthmann, R.Spiegelberger (2013)
  • Giftpflanzen Pflanzengifte S.593, Roth, Daunderer, Kormann (1994)
  • Großes Kräuter- und Gewürzbuch S.179, Heinz Görz (1987)
  • Hagebutte & Co S. 306, Angelika Lüttig, Juliane Kasten (2003)
  • Heilsam bis Tödlich S.150, Jan Grossarth (2022)
  • Illustriertes Heil-, Gift- und Nutzpflanzenbuch S.18, Adelbert von Chamisso (1827)
  • Kölbls Kräuterfibel S.186, Konrad Kölbl (1993)
  • Kräuter, Burkhard Bohne (2010)
  • New Kreüterbuch Cap.CCCXLIIII, Leonhart Fuchs (1543)
  • Sechzig einheimische Wildpflanzen... S.36, Detlev Arens (1991)
  • Tod und Flora S.83, Helmut Eisendle (2009)
  • Wildpflanzen für jeden Garten S.91, Reinhard Witt (1994)
  • Wildblumen im Hausgarten S.115, John Stevens (1987)
  • kraut&rüben 2/1996 S.50, 3/2007 S.17, 3/2020 S.5

Geschichte und Geschichten

Kuhschellen sind Blumen der Wiesen und Weiden. Da diese heute meist kräftig überdüngt sind, ist die Pflanze selten geworden. Sie braucht einen eher mageren, trockenen Boden in sonniger Lage, um im Frühling ihre leuchtend blauen Blüten zu präsentieren. Die ganze Pflanze ist von einem weichen hellgrauen Pelz überzogen, der Feuchtigkeitsverlusten vorbeugt. Die Farbe fügt sich so perfekt in die noch spätwinterliche Umgebung, dass erst die Blüte den Standort verrät. Solange die Knospe noch geschlossen ist, bleibt sie in einer Hülle aus pelzigen Hochblättern verborgen. Wo die Kuhschelle in freier Natur noch zu finden ist, bildet sie meist größere Bestände.

Die Blüte fällt häufig in die Osterzeit und in früheren Zeiten wurden die Blütenblätter zum Färben von Ostereiern benutzt.

Im Jahr 1996 war die Kuhschelle »Blume des Jahres«