Peruportulak (Anredera cordifolia)

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Weitere Namen

Peruportulak, Wuchs (10.8.)
Peruportulak, nach sechs Monaten Trockenheit (16.6.)
Peruportulak, Blütenknospen (17.10.)
Peruportulak, Blüte (15.11.)

Madeira-Wein, Basell-Kartoffel

Botanischer Name

»Anredera« nach lat. hedera - Efeu gebildet, »cordifolia« herzblättrig von lat. cor - Herz und folius - blättrig

Englischer Name

Madeira- Vine, Mignonette Vine, Lamb's Tail

Familie

Basellagewächse, Basellaceae

Verbreitung

Südamerika

Wuchs

ausdauernd, aus kräftigem Rhizom wachsende Schlingpflanze, herzförmige, hellgrüne Blätter, bis 3m lange Triebe

Standort

als Topfpflanze ganzjährig im Haus oder als Gemüse im Sommer ausgepflanzt mit Rankhilfe

Blütezeit

(September), Oktober, November

Blüte

kleine weiße duftende Blüten in lang gezogener Rispe, braucht offenbar kürzer werdende Tage, um Knospen zu bilden, hat bisher nur draußen geblüht (solange kein Frost dazwischen kommt)

Fruchtreife

Frucht

Vermehrung

Teilung des Rhizoms (fällt beim ausgraben meist von alleine auseinander)

Frosthärte

nicht frosthart, Wurzel verträgt kurzzeitig Frost bis etwa -5°C, Zimmerpflanze, kann komplett herunter geschnitten werden und dann kühl und dunkel überwintern, braucht aber sobald sie wieder austreibt Licht und Wärme

Tierische Besucher

im Winter gelegentlich Befall durch Thripse, dann einfach ebenerdig abschneiden und neu treiben lassen

Pflege

ideale Pflanze für alle, die zwar gerne was »Grünes« im Zimmer haben wollen, denen aber der »grüne Daumen« fehlt, wächst problemlos sehr üppig und ist kaum tot zu kriegen, hat testweise ein Jahr ohne Wasser zugebracht und hinterher fröhlich wieder ausgetrieben

Verwendbare Teile

Blätter als Salat, Rhizome als Gemüse, die Pflanze enthält entzündungshemmende und leberwirksame Stoffe

Inhaltsstoffe

Vitamin C, Schleimstoffe

Status

anwesend

Literatur

  • Kräuter, Burkhard Bohne (2010)

Geschichte und Geschichten

Das ist die optimale Pflanze für alle, die zwar gerne irgendwas grünes im Zimmer stehen haben wollen, aber leider völlig ohne grünen Daumen auf die Welt gekommen sind. Der Peru-Portulak verfügt über ein Rhizom, das nahezu unkaputtbar ist. Sollte der Urlaub also mal länger dauern und niemand in der Nähe sein, der die Pflanze gießt, so wird sie sich in ihre Wurzelknollen zurückziehen und dort geduldig auf die nächste Wassergabe warten, selbst wenn bis dahin ein halbes Jahr vergeht. Sie wird schnell wieder austreiben und bald so üppig dastehen, als sei nichts gewesen. Für den Fall, dass sie zu sehr wuchert und nicht mehr zu bändigen ist, besteht die Möglichkeit, alles was zu viel ist, einfach aufzuessen. Das gilt für die Blätter ebenso wie für das knollige Rhizom, das erstaunlich kräftig und durchaus in der Lage ist, einen Plastiktopf zu sprengen. Der Topf sollte entsprechend groß genug sein, auch, um ein stabiles Gerüst zum Ranken fest zu halten. Dann schlingen sich die langen Triebe linksdrehend um alles, was sie erreichen können. Diese Wuchsfreude ist auch der Grund, weshalb die Pflanze in frostfreien Klima-Zonen als invasives Unkraut gefürchtet ist. Sie klettert dort in Bäume und ist in der Lage, mit ihrem Gewicht Äste abzubrechen.