Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima)

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Weitere Namen
Weihnachtsstern, Blüten (25.12.)
Weihnachtsstern, Hochblätter (25.12.)
Weihnachtsstern, Früchte (11.6.)
Weihnachtsstern, radikaler Rückschnitt (5.7.)

Poinsettie, Christstern

Botanischer Name

»Euphorbia« von griechisch euphorbion - stachelige, strauchige Pflanzensippe, »pulcherrima« lat. pulcherrimus - sehr schön, gültige Erstbeschreibung 1834 durch Johann Friedrich Klotzsch (1805-1860) deutscher Botanker

Englischer Name

Poinsettia

Familie

Wolfsmilchgewächse, Euphorbiaceae

Verbreitung

die Wildpflanze stammt ursprünglich von der Pazifik-Küste Mittelamerikas

Wuchs

ausdauernd, kräftige fleischige Wurzel, Wildformen bis 4m (5m) hoch, Stamm kaum verzweigt, Laubblätter wechselständig, oberseits dunkel- unterseits hellgrün, Blattrand weich gekerbt, Blüten endständig, die ganze Pflanze enthält weißen Milchsaft

Standort

sonnig, nährstoffreiche Erde

Blütezeit

November, Dezember, Januar, Februar, März

Blüte

die farbigen »Blüten« sind umgefärbte Hochblätter, die eigentlichen Blüten sind sehr unauffällig, weibliche bestehen aus einem unterständigen dreifächerigen Fruchtknoten mit aufgesetzter Narbe, die männlichen bestehen nur aus Staubblättern, unterhalb der Blüten befinden sich lippenförmige Nektardrüsen, auf denen häufig Nektartropfen zu sehen sind

Fruchtreife
Frucht

dreifächerige Kapsel

Vermehrung

durch Stecklinge

Frosthärte

nicht frosthart, Zimmerpflanze

Tierische Besucher

Schildläuse und Wollläuse können zum Problem werden, am Naturstandort werden Weihnachtssterne von Vögeln bestäubt

Pflege

an einem sehr hellen Standort braucht der Weihnachtsstern kaum Pflege, muss aber regelmäßig gegossen werden, sonst verliert er schnell erst einzelne, später vermehrt Blätter, ein Rückschnitt nach der Blüte hält die Pflanze kompakt

Verwendbare Teile

der weiße Milchsaft enthält hautreizende Bestandteile, über die Giftigkeit liegen unterschiedliche Angaben vor

Inhaltsstoffe

Ester von Amyrin und Germanicol

Status

anwesend

Literatur
  • Die Blüte S.234, Dieter Heß (1990)
  • Giftpflanzen Pflanzengifte S.344, Roth, Daunderer, Kormann (1994)
Geschichte und Geschichten

Ein winziges Töpfchen mit einer einzelnen Weihnachtsstern-Blüte, als Dekoration auf dem Tisch, das sieht hübsch aus, ist aber in den meisten Fällen ein Wegwerf-Artikel. Da ich grundsätzlich keine lebende Pflanze wegwerfe, stellte ich das Töpfchen an einen hellen Platz unter einem südlichen Dachflächenfenster, davon ausgehend, dass es nicht lange leben würde. Was dann geschah, widerspricht allem, was einem zur Behandlung von Weihnachtssternen geraten wird. Ich ließ ihn an seinem Platz stehen, auch als die Sonne kräftiger schien und das schien ihm sehr zu behagen. Während des Sommers entwickelte sich ein dreistämmiger kleiner Strauch mit kräftig grünen Blättern und unglaublichem Durst. Mindestens einmal am Tag musste der Untersetzer neu befüllt werden. Der Herbst kam. Die Pflanze blieb an ihrem Platz, dem hellsten, den ich im Haus habe. Ende Oktober bekamen einige der grünen Blätter einen rötlichen Schimmer. Im November wuchsen an der gestauchten Achse endständige Hochblätter im schönsten dunkelrot. Zu Weihnachten sah der Weihnachtsstern aus, als hätte ich ihn gerade für teuer Geld gekauft.

Nach einem weiteren Jahr ist die Pflanze so groß, dass sie kaum noch unter das helle Fenster passt, hat auch jetzt wieder die prächtigsten Hochblätter, obwohl sie nie abgedunkelt oder sonst wie misshandelt wurde. Inzwischen haben mehrere Weihnachtssterne auf diese Weise im Folgejahr wieder "geblüht". Nur der Versuch, die Pflanzen im Sommer in den Garten zu stellen, ist leider gescheitert. Dort wurden sie innerhalb kurzer Zeit Opfer von Schildläusen, die sie tatsächlich umgebracht haben. Anders als bei den Wildformen bleiben die gefärbten Hochblätter der Kulturpflanzen bis in den Sommer hinein erhalten. An der ganzen Pflanze und auch zwischen den Hochblättern beginnt im Juni der neue Austrieb. Da mein Strauch nicht größer werden darf habe ich ihn radikal zurück geschnitten, dadurch bleibt er kompakt und kann an seinem Platz stehen bleiben.

Die ursprüngliche Heimat des Weihnachtssterns liegt an der Pazifikküste Mittelamerikas. Die Azteken nannten die Pflanze Cuetlax-Xochitl, Lederblume. Sie wächst in lokal begrenzten Arealen bis in Hochlagen von bis zu 1000 Meter. Mit unseren Zierpflanzen hat die Wildform nicht viel gemein. Die Blütezeit liegt in der winterlichen Trockenphase, meist verliert der bis etwa vier Meter hohe Strauch vorher fast das komplette Laub. Die farbigen Hochblätter halten selten länger als ungefähr zehn Tage, fallen dann ab. Wer die Blüten an ihrem Naturstandort bestäubt ist bis heute unbekannt. Meine Pflanze hat im dritten Standjahr reichlich Samenkapseln angesetzt.

1834 kamen die ersten Pflanzen nach Europa, nachdem sie vorher schon in den USA züchterisch bearbeitet wurden.