Echter Eibisch (Althaea officinalis)

Aus Pflanzenwiki

Weitere Namen

Samtpappel, Schleimwurzel, Hustenkraut, Heilwurzel

Botanischer Name

"Althaea" aus dem griechischen "altheeis" heilkräftig, "althein" heilen, "officinalis" als wirksame Droge in Apotheken erhältlich

Englischer Name

Marsh Mallow

Familie

Malvengewächse, Malvaceae

Verbreitung

Europa, Westasien, Nordamerika

Wuchs

horstig, Blütenstände straff nach oben wachsend, bis 2m hoch, kann recht alt werden

Standort

sonnig bis halbschattig, nährstoffreiche Böden, leicht feucht

Blütezeit

(Juni), Juli, August, (September)

Blüte

Echter Eibisch, Blüte (26.7.)

trichterförmige Einzelblüten, in Büscheln aus den Blattachseln immer wieder nachtreibend, nach oben hin abblühend

Fruchtreife

September, Oktober

Frucht

ringförmig zusammengesetzte Einzelsamen, bei Reife zerfallend, teilweise über Winter an der Pflanze verbleibend

Vermehrung

Aussaat im Herbst oder Frühjahr, Selbstaussaat

Frosthärte

oberirdisch absterbend, Wurzelstock frosthart

Pflege

Rückschnitt im Spätherbst oder Frühjahr

Verwendbare Teile

Blüten als (Obst-) Salatzutat, Wurzel als Tee (Kaltauszug, zerkleinerte Wurzel eine halbe Stunde in kaltem Wasser einweichen, dann auf Trinktemperatur erwärmen) bei trockenem Reizhusten, geschälte rohe Wurzelstücke waren möglicherweise die ersten Hustenbonbons, entzündungshemmend, beruhigend, geröstete Samen als Zutat zu Müsli

Inhaltsstoffe

Schleimstoffe, Gerbstoffe, Asparagin, Stärke, ätherisches Öl, Pektin, Zucker, Mneralstoffe

Literatur

  • Die Kräuter in meinem Garten S.140, Siegrid Hirsch, Felix Grünberger (2008)
  • Essbare Wildbeeren und Wildpflanzen S.126, Detlev Henschel (2002)
  • Heilkraft aus dem Garten S.77, Wolfgang Hensel (1998)
  • Kräuter S.103, Burkhard Bohne (2010)
  • Obst, Gemüse und Kräuter Karls des Großen S.241, Karl Josef Strank, Jutta Meurers-Balke (2008)
  • kraut&rüben 8/2008

Geschichte und Geschichten

Archäologisch belegt sind für den Echten Eibisch Wuchsorte an Ost- und Nordsee, dort wächst er auch heute noch auf salzhaltigen feuchten Böden. Die sucht er auch im Binnenland, kommt aber mit guter Gartenerde genauso zurecht. Seinen Namen verdankt er einer Verballhornung von "hibiscum", so nannten ihn die Römer. Mit der Pflanze, die wir heute als Hibiskus kennen ist der Eibisch zwar verwandt, beide sind Malvengewächse, und bei näherem Hinsehen haben beide die gleiche Blütenform, damit sind die Ähnlichkeiten aber auch erschöpft. Der volkstümliche Name Samtpappel charakterisiert den Eibisch sehr schön. Seine Blätter fühlen sich weich und samtig an durch einen zarten Haarfilz, der sie silbrig wirken lässt wie das Laub der Pappel, das auch eine ähnliche Form hat.

Die Wurzel des Eibisch könnte geschält und in Stücke geschnitten die erste Art von Hustenbonbon gewesen sein. Noch heute wird die schleimlösende Wirkung genutzt. Wurzel und Blüten sind in Hustentees enthalten.