Mädesüß (Filipendula ulmaria)

Aus Pflanzenwiki

Weitere Namen

Mädesüß, Austrieb (17.4.)
Mädesüß, Blüte (1.7.)
Mädesüß, Einzelblüten (16.7.)

Spierstrauch, Wiesenkönigin, Wiesengeißbart, Rüsterstaude, Wilder Flieder

Botanischer Name

»Filipendula« von lat. filum - Faden und lat. pendulus - hängend (nach an den Wurzeln hängenden knolligen Verdickungen), »ulmaria« ulmenartig

Englischer Name

Meadowsweet

Familie

Rosengewächse, Rosaceae

Verbreitung

Europa, Mittelasien

Wuchs

ausdauernd, horstig wachsend, Ausläufer bildend, unpaarig gefiederte Blätter etwa 30cm hoch, leicht instabiler Blütenstand bis 1,5m hoch

Standort

sonnig bis halbschattig, feuchte bis nasse nährstoffreiche Böden

Blütezeit

(Mai), Juni,Juli

Blüte

Trichterrispe (Spirre) mit cremeweißen kleinen Einzelblüten, intensiv duftend

Fruchtreife

August, September

Frucht

kleine schneckenartig gedrehte Nüsschen

Vermehrung

durch Teilung älterer Pflanzen

Frosthärte

zum Teil grün überwinternd, Wurzel frosthart

Tierische Besucher

Bestäubung durch Bienen, Pollen fressende Fliegen, Schwebfliegen, Käfer

Pflege

bei zu starkem Ausbreitungsdrang Pflanzen durch abstechen verkleinern, nach der Blüte zurückschneiden, die Samenstände kippen leicht

Verwendbare Teile

Wurzeln, Blätter,Blüten, Tee aus blühendem Kraut gegen Erkältungskrankheiten, in Mischungen gegen Rheuma und Gicht, zur allgemeinen Blutreinigung, die Blüten lassen sich zu Sirup verarbeiten oder für Marmeladen verwenden, Vorsicht bei Überempfindlichkeit gegen Aspirin, die Pflanze enthält Salicylsäure, die Blüten enthalten das nach Vanille duftende Piperonal, mit dem unter anderem Schokolade aromatisiert wird

Inhaltsstoffe

Gaultherin, Salicylsäure, ätherische Öle, Heliotropin, Vanillin, Terpene, Gerbstoffe, Flavonglycoside, Schleimstoffe, Piperonal

Status

anwesend, Ableger vorhanden

Literatur

  • Das neue BLV Buch der Kräuter S.105, Richard Mabey (Hrsg.) (1989)
  • Die Kräuter in meinem Garten S.364, Siegrid Hirsch, Felix Grünberger (2008)
  • Duftpflanzen S.56, Bernd Dittrich (1988)
  • Dumonts große Kräuter-Enzyklopädie S.283, Deni Bown (1996)
  • Fingerkraut und Feenhandschuh S.129, Barbara Frischmuth (1999)
  • Großes Kräuter- und Gewürzbuch S.286, Heinz Görz (1987)
  • Hagebutte & Co. S.280, Angelika Lüttig, Juliane Kasten (2003)
  • Homegrown Revolution S.190, James Wong (2012)
  • Kölbls Kräuterfibel S.205, Konrad Kölbl (1993)
  • Kräuter S.128, Burkhard Bohne (2010)
  • Sechzig einheimische Wildpflanzen... S.112, Detlev Arens (1991)
  • ...und grün des Lebens goldner Baum S.229, Ursula Hofmann, Michael Schwerdtfeger (1998)
  • Naturmedizin Heilkräuter S.58, Penelope Ody (2000)

Geschichte und Geschichten

Im 19. Jahrhundert wurde erstmalig aus Mädesüß reine Salicylsäure isoliert, benannt wurde sie nach dem damaligen Namen der Pflanze als Spiraesäure. Die später synthetisch hergestellte Acetylsalicylsäure wurde 1899 als Aspirin bekannt, wobei das "A" für Acetyl, das "spi" für Spiraesäure steht. In der Volksheilkunde wurde Mädesüßkraut bei Rheuma und Gicht eingesetzt.

Der deutsche Name soll sich darauf beziehen, dass mit den Mädesüßblüten Met gesüßt wurde, also "Metsüß".

Mädesüß gehört zu den Pflanzen, die es mit dem Giersch aufnehmen können und ihn sogar zurück drängen. Allerdings muss auch das Mädesüß gelegentlich in seine Schranken verwiesen werden, da es sich im Laufe der Jahre über Wurzelausläufer ausbreitet.

Kulinarisches

Mädesüßsirup

  • 10 Blütenstände
  • 2 unbehandelte Zitronen
  • 2 l Wasser
  • 1 kg Zucker

Zubereitung

  • Die Blütenstände von eventuell vorhandenen Krabbeltieren befreien, aber nicht waschen
  • Die Zitronen waschen und in dünne Scheiben schneiden, mit den Blüten in ein hitzefestes Gefäß schichten und mit kochendem Wasser übergießen, zugedeckt 24 Stunden ziehen lassen.
  • Die Flüssigkeit durch ein Tuch gießen und kräftig ausdrücken, mit dem Zucker aufkochen und eine Viertelstunde köcheln lassen. Dann heiß in Flaschen füllen und sofort verschließen.