Sumpfblutauge (Potentilla palustris)

Aus Pflanzenwiki

Weitere Namen

Sumpffingerkraut

Botanischer Name

Sumpfblutauge, Blüten (28.6.)

"Potentilla" unzureichend geklärt, "palustris" lat. palus, paludis - Sumpf

Englischer Name

Sumpfblutauge, Blüte (28.6.)

Purple Marshlocks, Swamp Cinquefoil, Marsh Cinquefoil

Familie

Rosengewächse, Rosaceae

Verbreitung

Europa, Island, Grönland, Nordamerika, Nordafrika

Wuchs

verholzendes Rhizom, bis zu 80cm lange Triebe, teils aufrecht, teils niederliegend, behaart, gefingerte Blätter

Standort

sonnig bis halbschattig, sumpfige Wiesen, Flachwasserzonen

Blütezeit

(Mai), Juni, Juli, (August)

Blüte

fünfzählig, trüb purpurfarbene Blütenblätter, dunkel purpurne Staubgefäße, Kelch bei Fruchtreife vergrößert und zusammen neigend

Fruchtreife

September

Frucht

ähnlich kleiner Erdbeere, aufsitzende Nüsschen, Nüsschen fallen meist einzeln ab und werden schwimmend verbreitet

Vermehrung

durch Ausläufer, abgebrochene Teile bewurzeln schnell

Frosthärte

teilweise grün überwinternd, frosthart

Tierische Besucher

Bestäubung durch Hummeln, Bienen und Fliegen

Pflege

zu lang geratene Triebe kürzen

Verwendbare Teile

Inhaltsstoffe

hoher Gerbstoffgehalt im Rhizom, wurde früher gegen Durchfall eingesetzt, aber auch zum Gerben von Leder

Status

anwesend

Literatur

  • Hagebutte & Co S.304, Angelika Lüttig, Juliane Kasten (2003)

Geschichte und Geschichten

Wie der Name schon nahelegt, braucht das Sumpfblutauge feuchten Boden, ist also am Teichrand gut aufgehoben. Dort bildet es lange Triebe, die halb aufrecht, meist eher niederliegend in die umgebende Vegetation hinein wachsen. Die fünfteiligen Blätter sind am Rand gezähnt. Die Wurzel enthält den Farbstoff Tormentill-Rot, beim Anschneiden verfärbt sie sich rot, was der Pflanze zu ihrem Namen verholfen hat. Die roten Blüten erinnern ein wenig an die von Erdbeeren, was durch den hochgewölbten Blütenboden noch verstärkt wird. Beide Pflanzen stammen aus der Familie der Rosengewächse, sind aber nicht näher verwandt und das Blutauge bildet auch keine essbaren Früchte aus. Die Farbe der Blüte rührt hauptsächlich von den Kelchblättern her, die deutlich größer sind als die Kronblätter und sich nach der Blüte wieder schließen, um die sich entwickelnden Samen zu schützen. Da immer mehr Feuchtgebiete entwässert werden ist das Sumpfblutauge an seinem natürlichen Standort selten geworden.

Der rote Farbstoff, der beim Anschneiden der Wurzel sichtbar wird, ließ die Pflanze als Mittel gegen Blutungen aller Art Verwendung finden. Sie wurde aber auch bei Pest und Epilepsie eingesetzt.